Lichtduscher-Aliens infiltrieren das Wohnzimmer
29 Dez
Seit Anfang Dezember habe ich so ein Lichttherapiegerät (umgangssprachlich auch Lichtdusche genannt) im Einsatz. Zwar ist die Winterdepression (oder auch saisonal-affektive Störung) bei mir zum Glück nicht sonderlich stark ausgeprägt, ich konnte aber trotzdem immer einen signifikanten Abfall meiner Motivation und so ein gewisses Gefühl von Trägheit und Niedergeschlagenheit in den Wintermonaten feststellen. Wer das nicht kennt, braucht vermutlich gar nicht weiterlesen
Jedenfalls muss ich dazu jetzt mal einen Post loswerden. Warum? Ganz einfach: Ich könnte mir vorstellen, dass es einige Menschen gibt, die diese Investition scheuen – ebenso wie ich lange Zeit – weil sie nicht genau wissen, ob so ein Gerät denn wirklich etwas bringt. Schließlich sind diese Teile nicht ganz billig. Nach langer Überlegung habe ich mir kürzlich das Philips HF3319/01 gegönnt. 170 Euro für eine verkackte Lampe? Ja, krass. Dachte ich mir auch. Aber man kann da auch noch bei Weitem mehr hinlegen. Das Gerät von Philips war in einem schon etwas älteren Testbericht – den ich dummerweise gerade nicht mehr finde – Preisleistungssieger. Also dachte ich mir, ich probier das jetzt mal aus.
Wie funktioniert so eine Lichttherapie überhaupt? Ihr setzt euch jeden Tag (empfehlenswerterweise morgens, mittags geht aber auch; später sollte es nicht sein, Stichwort: Einschlafprobleme) mindestens 30 Minuten vor das Gerät (bei 20cm Entfernung; ab 30cm sind schon 60 Minuten nötig, bei 50cm Entfernung 2 Stunden). Braun wird man davon selbstverständlich nicht. Ein UV-Filter verhindert jegliche UV-Strahlung. Ist ja auch keine Sonnenbank. Bei mir sieht das in der Praxis so aus: Ich stehe morgens auf, koche mir meinen obligatorischen Kaffee und hock mich damit an den Esstisch, unmittelbar neben mir die Lampe, vor mir das iPad mit Reeder und/oder meiner Twitter-Timeline. In kurzen Lesepausen schau ich auch mal direkt in die Lampe, ansonsten strahlt sie aber immer seitlich in mein Blickfeld. Ja, das geht selbst mit dem für seine Spiegelungen berühmt-berüchtigtem iPad-Display ganz passabel. Bücherlesende Kindle-Besitzer lachen sich bitte jetzt ins Fäustchen.
Die Lampe ist verdammt hell, aber dennoch nicht extrem blendend. Trotzdem ist es anfangs ziemlich ungewohnt, gerade wenn die Augen früh noch nicht so recht aufgehen wollen. Wenn man draußen durch den Flur läuft, sieht es aus, als ob Aliens gerade das Wohnzimmer infiltrieren. Ist aber Gewohnheitssache. Nach zwei/drei Tagen hat es mich schon nicht mehr gestört. Von den wohl ab und an anfänglich auftretenden Nebenwirkungen von Kopfschmerzen oder trockenen Augen konnte ich bei mir jedenfalls nichts beobachten.
Und die Wirkung? Ich kann nur sagen: Ich fühle mich deutlich besser. Klar, sowas ist schwer messbar. Wie gesagt, ich wende die Lampe seit mittlerweile knapp vier Wochen regelmäßig jeden Tag an und davon abgesehen habe ich mein Leben nicht verändert. Insofern kann ich zumindest sagen, es hat mit der Lampe zu tun. Ob das nun ein Placebo-Effekt ist oder nicht, ist mir eigentlich egal. Hauptsache, es wirkt. Wer also unter ähnlichen Symptomen zu leiden hat, und sich nicht sicher ist, ob er in eine derartige Lampe investieren soll, dem kann ich nur dazu raten. Keine Ahnung, ob es eine billigere auch getan hätte. Eine teurere war in meinem Fall jedenfalls nicht nötig.






